
Diverse geopolitische und durch den Kapitalmarkt bedingte Faktoren beeinträchtigen das Transaktionsumfeld derzeit negativ. Die Anzahl an Fusionen und Übernahmen ist seit dem Rekordjahr 2021 spürbar zurückgegangen, was folglich auch am M&A-Versicherungsmarkt zu weniger Aktivität führt. Interessanterweise wirkt sich dieser Umstand, wie zuletzt im Pandemiejahr 2020, positiv für die Versicherten und Prämienzahler aus.
Weniger zu versichernde M&A-Transaktionen führen zu einem Überangebot an Kapazitäten und sinkenden Prämien.
Der Hintergrund: Im deutschsprachigen Raum bieten mittlerweile rund 30 Versicherer und Assekuradeure M&A-Versicherungslösungen an – der Großteil dieser Anbieter hält deutschsprachige Underwriting-Teams vor. Auch in diesem Jahr betraten neue Akteure den Markt und stellten somit zusätzliches Versicherungskapital zur Verfügung. Folglich führen weniger zu versichernde M&A-Transaktionen zu einem Überangebot an Kapazitäten. Der daraus resultierende Wettbewerb sorgt sowohl für mehr Flexibilität beim Underwriting als auch für sinkende Prämien.
Folgt auf den Boom die Marktverhärtung?
Experten gehen von einem Anstieg der M&A-Aktivität im Verlauf der zweiten Jahreshälfte aus. Solange dieser nicht spürbar stattfindet, dürfte die derzeitige Marktlage anhalten. Allerdings verhielt sich der Versicherungsmarkt auch 2020 ähnlich: Nachdem das Transaktionsgeschehen eingebrochen war und der M&A-Versicherungsmarkt sich positiv für die Versicherten und Prämienzahler entwickelte, wurde die M&A-Aktivität zügig wieder angekurbelt und mündete im Rekordjahr 2021. Während dieses Anstiegs kehrte sich das Verhalten der Versicherer und Assekuradeure schnell um. Sie wurden kritischer im Underwriting, zeigten weniger Risikoappetit und erhöhten das Preisniveau beziehungsweise verlangten deutlich höhere Mindestprämien. Teilweise kam es sogar zu Kapazitätsengpässen.
Eine derartige Marktverhärtung ist derzeit nicht zu erwarten. Das bedeutet: Der ausgeweitete Appetit der Versicherer in Verbindung mit einer wettbewerbsfähigen Preisgestaltung schafft ideale Rahmenbedingungen für Deal-Teams, um von den Marktbedingungen zu profitieren. Da in der aktuellen Marktlage die individuellen M&A-Projekte meist komplex sind und sich oft in die Länge ziehen, stellt eine M&A-Versicherungslösung im Sinne eines Unternehmens-Risikomanagements ein effektives Tool dar, um einer M&A-Transaktion zum Abschluss zu verhelfen.
Aufgrund des aktuellen Risikoappetits und der vorhandenen Kapazitäten bei Versicherern befinden wir uns außerdem in einer guten Phase, um auch identifizierte Risiken (Steuern, Rechtsstreitigkeiten, Rechtsmängel und sonstige bekannte Risiken im Zusammenhang mit Transaktionen) gut versichert zu bekommen. Auch hier ist die jüngst gestiegene Flexibilität deutlich spürbar.

