ZÜRICH / LAUSANNE / GENF, 14. April 2026 – Der WTW Pension Index ist im ersten Quartal 2026 um 5 % gesunken und fiel von 128,5 % (per 31.12.2025) auf 123,5 %. Diese Entwicklung verdeutlich die weiterhin hohe Sensitivität der Pensionsbilanzen von Unternehmen gegenüber einem volatilen Marktumfeld. Obwohl sich Schweizer Pensionskassen weiterhin in einer ausgezeichneten Verfassung befinden, ist es entscheidend, die Diversifikation aufrechtzuerhalten. Zinsrisiken müssen aktiv gemanagt und übermässige Konzentrationen in besonders energiepreissensitiven Anlagen konsequent vermieden werden.
Der Rückgang des WTW Pension Index um 5 % im ersten Quartal 2026 – von 128,5 % auf 123,5 % – spiegelt eine Verschlechterung der Finanzierungspositionen wider. Die Diskontierungssätze sanken im Quartalsverlauf um 11 Basispunkte von 1,21 % auf 1,1 %. Dies führte zu einem Anstieg der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen um 2,2 %. Gleichzeitig gingen die Vermögenswerte um 1,7 % zurück, was den Deckungsgradzusätzlich belastete.
Der Pensionskassenindex des Swiss Pension Finance Watch von WTW wird vierteljährlich von der Beratungsgesellschaft veröffentlicht und basiert auf dem International Accounting Standard 19 (IAS 19) sowie US GAAP FASB ASC 715. Der Index gibt Aufschluss darüber, wie sich die allgemeine Finanzierungssituation unter diesen Rechnungslegungsstandards von Quartal zu Quartal verändert hat, ohne den typischen Deckungsgrad Schweizer Pensionskassen abzubilden.
Diese Entwicklung verdeutlicht die anhaltende Sensitivität der Pensionsbilanzen der Unternehmen gegenüber Zinsbewegungen in einem volatilen Marktumfeld. Der Rückgang der Diskontierungssätze wurde durch sinkende Anleiherenditen verursacht, was direkt zu höheren Verpflichtungen auf der Passivseite führte. Negative Anlageergebnisse auf der Aktivseite verstärkten den Effekt zusätzlich.
Insgesamt stellt das erste Quartal 2026 eine Umkehr der positiven Dynamik der Vorperioden dar. Der WTW Pension Index liegt zwar weiterhin deutlich über der Marke von 100 %. Das erste Quartal 2026 zeigt jedoch, dass Schweizer Pensionskassen weiterhin stark von makroökonomischen Rahmenbedingungen abhängig sind.
Schweizer Pensionskassenbleiben resilient – nach Aktualisierung demographischer Grundlagen und trotz Rückschlägen auf der Aktivseite
Nach der aussergewöhnlich starken Performance in der verlängerten Post-Pandemie-Phase verzeichneten Schweizer Pensionskassen den deutlichsten Rückschlag auf der Aktivseite seit zweieinhalb Jahren. Trotz dieses jüngsten Rückgangs liegt der WTW Pension Index weiterhin deutlich über dem Niveau von Ende 2024, was die Widerstandsfähigkeit des Systems unterstreicht.
„In den vergangenen Jahren haben Schweizer Vorsorgeeinrichtungen bedeutende strukturelle Anpassungen vorgenommen und ihre versicherungstechnischen Annahmen sowie technischen Grundlagen im Einklang mit der steigenden Lebenserwartung aktualisiert“, sagt Adam Casey, Head of Corporate Retirement Consulting bei WTW Schweiz. Er ergänzt: „Die neu veröffentlichten demografischen Grundlagen (BVG 2025) haben keine wesentlichen Veränderungen bei den Lebenserwartungen zur Folge, was zusätzliche Stabilität auf der Passivseite schafft. Insgesamt befinden sich Schweizer Pensionskassen trotz des jüngsten marktbasierten Rückschlags weiterhin in einer ausgezeichneten Verfassung – gestützt durch solide Reserven, verbesserte strukturelle Grundlagen und die nachhaltigen Effekte der aussergewöhnlich starken Post-Pandemie-Jahre.“
Zentralbanken auf Wartemodus angesichts zunehmender geopolitischer Unsicherheiten
Das erste Quartal 2026 war insgesamt von einer weitgehend abgestimmten geldpolitischen Pause der grossen Zentralbanken geprägt. Anstelle weiterer Anpassungen der Leitzinsen lag der Fokus darauf, Inflationsentwicklungen, geopolitische Veränderungen und Risiken für das Wirtschaftswachstum genau zu beobachten. Diese vorsichtige Haltung spiegelt die zunehmende Komplexität des makroökonomischen Umfelds wider, in dem die Fortschritte beim Rückgang der Inflation uneinheitlich verlaufen und Abwärtsrisiken für das Wachstum zunehmen.
Gleichzeitig hat die geopolitische Unsicherheit – insbesondere die Eskalation der Spannungen in der Golfregion– dem ohnehin fragilen globalen Ausblick eine zusätzliche Volatilitätsdimension hinzugefügt.
Strategische Positionierung in einem Umfeld erhöhter geopolitischer Unsicherheit
Die Eskalation des Konflikts in der Golfregion im ersten Quartal 2026 hat das makrofinanzielle Umfeld zusätzlich belastet. Störungen wichtiger Schifffahrtsrouten und kritischer Energieinfrastruktur – insbesondere rund um die Strasse von Hormus – führten zu starken Schwankungen der Ölpreise und verstärkten weltweit erneut den Inflationsdruck.
Die Energiemärkte entwickelten sich damit zum zentralen Übertragungskanal, über den geopolitische Risiken auf die breiteren Finanzmärkte übergriffen – mit Auswirkungen auf Inflationserwartungen, Anleiherenditen und die Bewertung von Risikoanlagen weltweit. Trotz erster Stabilisierungstendenzen preisen die Märkte weiterhin eine anhaltende geopolitische Risikoprämie ein, insbesondere bei energiebezogenen Anlagen, wodurch die Volatilität erhöht bleibt.
„Angesichts der erhöhten geopolitischen Risiken in der Golfregion ist es für Pensionskassen entscheidend, die Diversifikation aufrechtzuerhalten, das Zinsrisiko aktiv zu steuern und übermässige Konzentrationen in besonders energiepreissensitive Anlagen zu vermeiden“, sagt Alexandra Tischendorf, Head of Investment bei WTW Schweiz.
Sie betont zudem die Bedeutung von Stresstests für Portfolios unter Szenarien anhaltender Energiepreisvolatilität und erneutem Inflationsdrucks – insbesondere vor dem Hintergrund möglicher längerfristiger Störungen globaler Energieversorgungsrouten. „Ein aktiver und vorausschauender Ansatz ermöglicht es Investoren, Risiken frühzeitig zu erkennen und Chancen zu nutzen, ohne die langfristigen strategischen Ziele aus den Augen zu verlieren“, erklärt sie.
WTW Pension Index für die Schweiz
Der Pension Index misst die Veränderungen des Verhältnisses zwischen den Vermögenswerten und der Verpflichtung eines Pensionsplans mit dem Index-Level von 100% per 31.12.2006.
Hintergrundinformationen zur Studie
Swiss Pension Finance Watch untersucht vierteljährlich die Auswirkungen der Kapitalmarktentwicklungen auf die Finanzierung von Vorsorgeplänen in der Schweiz. Die Studie ist Teil des von WTW publizierten Global Pension Finance Watch, in welchem alle Ergebnisse der wichtigsten Rentenmärkte ab dem Jahr 2000 enthalten sind. Die Studienergebnisse werden vierteljährlich veröffentlicht. Ihr Schwerpunkt liegt auf Anlagevermögen und Verpflichtungen. Die Studie umfasst Vorsorgepläne in Brasilien, Kanada, der Euro-Zone, Japan, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und den USA.
Die Auswirkungen der Kapitalmärkte auf diese Vorsorgepläne betreffen zwei Bereiche:
- Die Anlageperformance auf das Planvermögen
- Die Auswirkungen von wirtschaftlichen Annahmen auf die Pensionsverpflichtungen (gemäss internationalen Rechnungslegungsstandards)
Dem Modell von WTW liegt ein Benchmark-Pensionsplan zugrunde, der die Pensionsverpflichtungen und das Planvermögen (inkl. Vermögensmix) darstellt, die typischerweise im jeweils betrachteten Pensionsmarkt vorkommen. Anhand der Auswirkungen von Kapitalmarktentwicklungen auf das Vermögen und die Verpflichtungen wird ein WTW Pension Index erstellt. Dieser bildet die Veränderungen im Ausfinanzierungsgrad des Benchmark-Pensionsplans ab.
Über WTW
WTW (NASDAQ: WTW) bietet datengesteuerte, erkenntnisorientierte Lösungen in den Bereichen Personal, Risiko und Kapital. Wir nutzen die globale Sichtweise und das lokale Fachwissen unserer Kollegen in 140 Ländern und Märkten, um Unternehmen dabei zu helfen, ihre Strategie zu schärfen, ihre Widerstandsfähigkeit zu verbessern, ihre Mitarbeitenden zu motivieren und ihre Leistung zu maximieren.
Gemeinsam mit unseren Kunden decken wir Chancen für nachhaltigen Erfolg auf – und bieten Perspektiven, die Sie bewegen.
In der Schweiz ist WTW mit Niederlassungen in Zürich, Genf und Lausanne vertreten.