WTW Swiss Pension Finance Watch – Q4/2025
ZÜRICH / LAUSANNE / GENF, January 13, 2026 — Die Schweizer Pensionskassen haben ihre finanzielle Lage im vierten Quartal 2025 weiter verbessert und unterstreichen damit ihre Robustheit trotz anhaltender Marktvolatilität und geopolitischer Unsicherheiten. Die Vermögenswerte legten infolge der moderaten Erträge um 1.3 % zu, während die Verpflichtungen um 1.9 % sanken – begünstigt durch höhere Diskontierungssätze.
Gemäss dem WTW Pension Index stieg der Deckungsgrad im vierten Quartal 2025 um 4.1 Prozentpunkte auf 128.5 %– den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Diese Verbesserung ist sowohl auf eine positive Entwicklung der Vermögenswerte als auch auf sinkende Verpflichtungen zurückzuführen. Im Quartalsverlauf erhöhten sich die Diskontierungssätze um 16 Basispunkte und lagen zum Jahresende bei rund 1.2 %, was in etwa dem Niveau des ersten Quartals 2025 entspricht.
Im Jahresverlauf stiegen die Zinsen zunächst deutlich an, schwankten zur Jahresmitte und stiegen gegen Jahresende erneut. Der jüngste Anstieg ist auf höhere Renditen von Schweizer und europäischen Unternehmensanleihen, zunehmende politische Unsicherheiten sowie Erwartungen an ein länger anhaltend hohes Zinsniveau zurückzuführen. Höhere Renditen wirkten sich direkt in Form von höheren Diskontierungssätzen auf die Bewertung von Pensionsverpflichtungen aus. Unterdessen nahmen die Vermögenswerte nur moderat zu, weil die erwartete Korrektur an den Aktienmärkten bislang ausgeblieben ist.
Nach der aussergewöhnlich starken Performance im Jahr 2024, in dem Schweizer Pensionskassen eine Benchmark-Rendite von rund 10.1 % p.a. erzielten und ihre Wertschwankungsreserven wieder aufbauen konnten, verlief das Jahr 2025 weiterhin solide, wenn auch weniger herausragend als das Vorjahr. Mit einer Benchmark-Rendite von rund 3.2 % erzielten die Pensionskassen weiterhin positive Ergebnisse trotz eines anspruchsvolleren und volatilen Marktumfelds.
«Der Haupttreiber der deutlichen Verbesserung der Unternehmenspensionsbilanzen in den vergangenen drei Jahren waren herausragende Anlageerträge», erklärt Adam Casey, Head of Corporate Retirement Consulting bei WTW Schweiz. Er ergänzt: «Der Schweizer Pensionsindex von Pictet Asset Management erzielte in den letzten drei Jahren kumulierte Renditen von beeindruckenden 22 %. Angesichts der derzeit hohen Bewertungen an den globalen Aktienmärkten könnte jedoch eine Marktkorrektur bevorstehen, weshalb weiterhin Disziplin und umsichtiges Risikomanagement erforderlich sind.»
Im vierten Quartal 2025 liess die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins unverändert bei 0 % während auch die Europäische Zentralbank die Zinsen nach früheren Senkungen im Lockerungszyklus stabil hielt. Einzig die die US-Notenbank (Fed) setzte ihren geldpolitischen Normalisierungskurs fort und senkte den Leitzins im Dezember um 0.25 Prozentpunkte.
Die jüngsten geopolitischen Spannungen und die zunehmende politische Unsicherheit machen deutlich: Geopolitik ist für institutionelle Investoren längst kein Randrisiko mehr. Die Verschiebungen im globalen Machtgefüge stellen etablierte wirtschaftliche Grundannahmen infrage und verändern das Umfeld, in dem multinationale Unternehmen – und damit viele institutionelle Portfolios – operieren.
Im Hinblick auf 2026 wird Pensionskassen empfohlen, eine vorausschauende und breit diversifizierte Anlagestrategie mit striktem Risikomanagement zu verfolgen, um ihre starke finanzielle Basis zu erhalten.
«Pensionskassen sollten ihre Portfolios kontinuierlich überwachen, da sich Markt-, Zins- und geopolitische Rahmenbedingungen laufend verändern», empfiehlt Alexandra Tischendorf, Head of Investment bei WTW Schweiz. «Ein aktiver Ansatz kann helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Chancen zu nutzen, ohne von den Zielallokationen abzuweichen.»
Sie ergänzt: «Zudem beobachten wir eine zunehmende Nutzung von Cashflow-orientierten Anlagestrategien (CDI), insbesondere für Verpflichtungen mit festen Zahlungsprofilen. Diese Strategien stimmen die Anlageerträge stärker auf die erwarteten Zahlungsströme ab und stärken die Portfoliostabilität gegenüber klassischen Duration-Ansätzen.»
Swiss Pension Finance Watch untersucht vierteljährlich die Auswirkungen der Kapitalmarktentwicklungen auf die Finanzierung von Vorsorgeplänen in der Schweiz. Die Studie ist Teil des von WTW publizierten Global Pension Finance Watch, in welchem alle Ergebnisse der wichtigsten Rentenmärkte ab dem Jahr 2000 enthalten sind. Die Studienergebnisse werden vierteljährlich veröffentlicht. Ihr Schwerpunkt liegt auf Anlagevermögen und Verpflichtungen. Die Studie umfasst Vorsorgepläne in Brasilien, Kanada, der Euro-Zone, Japan, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und den USA.
Die Auswirkungen der Kapitalmärkte auf diese Vorsorgepläne betreffen zwei Bereiche:
Dem Modell von WTW liegt ein Benchmark-Pensionsplan zugrunde, der die Pensionsverpflichtungen und das Planvermögen (inkl. Vermögensmix) darstellt, die typischerweise im jeweils betrachteten Pensionsmarkt vorkommen. Anhand der Auswirkungen von Kapitalmarktentwicklungen auf das Vermögen und die Verpflichtungen wird ein Pension Index erstellt. Dieser bildet die Veränderungen im Ausfinanzierungsgrad des Benchmark-Pensionsplans ab.
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