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KI treibt einen strukturellen Rohstoffboom: Warum ein Multi-Manager-Ansatz dem Direktinvestment überlegen sein kann

Exposition des Monats, August 2026

Autor

Silvia De Notariis und
Victoria Vodolazschi
4. September 2026

Der Ausbau von KI-Infrastruktur verändert die Rohstoffmärkte und eröffnet neue Anlagechancen

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zu einem der prägendsten Investitionsthemen unserer Zeit. Doch KI basiert nicht allein auf Software und Rechenleistung. Ihr Wachstum erfordert erhebliche Investitionen in physische Infrastruktur, darunter Rechenzentren, Stromnetze und Energieversorgungssysteme. Damit steigt die Nachfrage nach zentralen Rohstoffen wie Kupfer, Aluminium, Erdgas und Uran kontinuierlich an und schafft eine direkte Verbindung zwischen digitaler Transformation und Realwirtschaft.

Abbildung 1: Prognostizierte globale Angebots-Nachfrage-Bilanz für ausgewählte Mineralien (2035e)*

Gleichzeitig sorgen eine weiterhin erhöhte Inflation, jahrelange Unterinvestitionen in Rohstoffförderung sowie geopolitische Spannungen für Angebotsengpässe in zahlreichen Rohstoffmärkten. Diese Entwicklungen schaffen ein attraktives Umfeld für ausgewählte Rohstoffinvestitionen.

Dabei entwickelt sich nicht jeder Rohstoffmarkt gleich. Energierohstoffe, Industriemetalle, Edelmetalle und Agrarrohstoffe reagieren unterschiedlich auf wirtschaftliche, politische und regulatorische Veränderungen. Für Investoren eröffnet sich dadurch ein breites Spektrum an Möglichkeiten, das weit über eine passive Beteiligung an allgemeinen Rohstoffindizes hinausgeht.

Warum das Thema gerade für institutionelle Investoren relevant ist

Breite Rohstoffindizes können volatil sein. Der Bloomberg Commodity Index verzeichnete:

  • **18 % Volatilität (12 Monate rollierend)**[1]
  • 35 % maximalen Drawdown in den letzten zehn Jahren[1]
  • 75 % maximalen Drawdown seit Auflegung (1991)

Der steigende Energie- und Rohstoffbedarf der KI-Wirtschaft trifft auf strukturelle Herausforderungen wie den Ausbau erneuerbarer Energien, die Modernisierung der Stromnetze und die Sicherung kritischer Rohstoffe. Insbesondere in Europa und Deutschland rücken Fragen der Versorgungssicherheit und strategischen Rohstoffverfügbarkeit zunehmend in den Fokus.

Für institutionelle Investoren ergeben sich dadurch Potenziale zur Diversifikation traditioneller Aktien- und Rentenportfolios. Darüber hinaus können ausgewählte Rohstoffstrategien dazu beitragen, Portfolios gegenüber Inflationsrisiken und geopolitischen Unsicherheiten robuster aufzustellen. Diese Eigenschaften gewinnen in einem Umfeld zunehmender Marktvolatilität an Bedeutung.

Die Herausforderung: Zugang zu einer komplexen Anlageklasse

Die große Herausforderung besteht heute nicht darin, den langfristigen Trend zu erkennen, sondern die passende Umsetzung zu wählen.

Breite Rohstoffindizes können erheblichen Schwankungen unterliegen. Zudem erfolgt der Zugang zu Rohstoffmärkten häufig über Terminkontrakte statt über physische Bestände. Damit sind zusätzliche Risiken verbunden, darunter Rollverluste, Liquiditätsrisiken, Kontrahentenrisiken sowie eine erhöhte Sensitivität gegenüber geopolitischen und regulatorischen Entwicklungen.

Hinzu kommt, dass Rohstoffmärkte zunehmend von unterschiedlichen und teilweise gegenläufigen Einflussfaktoren geprägt werden. Angebotsschocks, regulatorische Eingriffe, Handelskonflikte oder Veränderungen der globalen Energienachfrage können einzelne Marktsegmente sehr unterschiedlich beeinflussen. Die Auswahl der richtigen Strategie wird daher zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor.

Chancen nutzen mit einem Multi-Manager-Ansatz

Aus unserer Sicht bietet ein Multi-Manager-Ansatz einen besonders überzeugenden Weg, um an den strukturellen Chancen der Rohstoffmärkte zu partizipieren.

Anstatt auf einen einzelnen Manager, einen bestimmten Investmentstil oder einen spezifischen Rohstoffsektor zu setzen, werden unterschiedliche Kompetenzprofile miteinander kombiniert. Dies kann die Widerstandsfähigkeit des Portfolios erhöhen und die Abhängigkeit von einzelnen Marktprognosen reduzieren.

Mögliche Bausteine eines solchen Ansatzes sind:

Zugang zu einem erweiterten Rohstoff-Opportunity-Set

Die Auswahl geeigneter Manager wird angesichts der zunehmenden Komplexität der Rohstoffmärkte immer wichtiger. Mit einer globalen Research-Plattform, die mehr als 9.800 Asset Manager und über 38.000 Anlageprodukte[2] umfasst, unterstützt WTW Investoren dabei, hochwertige diskretionäre, systematische und spezialisierte Rohstoffstrategien zu identifizieren und effizient umzusetzen.

Fazit

Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz treibt Investitionen in die physische Infrastruktur der digitalen Wirtschaft voran und erhöht damit die Nachfrage nach zahlreichen Rohstoffen. Gleichzeitig sorgen strukturelle Angebotsengpässe und geopolitische Herausforderungen für ein Umfeld, das ausgewählten Rohstoffsegmenten langfristiges Potenzial eröffnet.

Für institutionelle Investoren ergibt sich daraus die Möglichkeit, an einem der bedeutendsten strukturellen Wachstumstrends der kommenden Jahre zu partizipieren. Entscheidend ist jedoch die Wahl der richtigen Implementierung. Ein diversifizierter Multi-Manager-Ansatz kann helfen, unterschiedliche Renditequellen zu erschließen, Risiken zu streuen und die Komplexität dieser dynamischen Anlageklasse besser zu bewältigen.

Fußnote

  1. Bloomberg Commodity Index (BCOM) historical return data, as reported by eVestment. Trailing one-year volatility and maximum drawdown statistics calculated from the index return series as of August 2026. Zur Textstelle
  2. WTW as of December 31, 2025. Zur Textstelle

Autoren

Silvia De Notariis

Director, Investment Research

Victoria Vodolazschi

Senior director, Head of Liquid Alternatives

Ihr Kontakt

Alexandra Tischendorf, CFA Leiterin Anlageberatung Pensionskasse

Alexandra Tischendorf

CFA Leiterin Anlageberatung Pensionskasse

Lösung

Investments