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Trends und Entwicklungen in der Schweizer beruflichen Vorsorge: WTW SLI® Pension Benchmarking Studie 2025

360°Vorsorge | News

Von Dr. Stephan Wildner und Eileen Pollard | 24. Februar 2026

Schweizer Vorsorgepläne entwickeln sich hin zu flexibleren, individuelleren und attraktiveren Leistungen mit vielfältigen Leistungen und einem hohen Bedarf an klarer Kommunikation.

Die berufliche Vorsorge in der Schweiz befindet sich in einem stetigen Wandel. Unternehmen und Pensionskassen stehen vor der Herausforderung, ihre Vorsorgelösungen kontinuierlich an veränderte Rahmenbedingungen und die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden anzupassen. Ein zentrales Thema ist dabei die Balance zwischen Attraktivität, Flexibilität und Nachhaltigkeit der angebotenen Leistungen.

In der Praxis zeigt sich, dass der klassische Beitragsprimatsplan die dominierende Planart darstellt. Hierbei wird ein festgelegter Prozentsatz des Gehalts in ein persönliches Altersguthaben eingezahlt, das sich über die gesamte Erwerbsbiografie hinweg ansammelt. Mit Erreichen des Rentenalters kann dieses Guthaben in eine lebenslange Rente umgewandelt werden. In den letzten Jahren haben jedoch sogenannte 1e-Pläne mit Kapitalauszahlung an Bedeutung gewonnen. Sie ermöglichen es den Versicherten, aus verschiedenen Anlagestrategien zu wählen und so ihre Vorsorge stärker zu individualisieren. Während diese Pläne mehr Entscheidungsfreiheit bieten, tragen die Versicherten auch das Anlagerisiko selbst.

Ein weiterer Trend ist die zunehmende Flexibilisierung der Beitragsskalen. Fast alle Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Sparbeitragsstufen zu wählen. So können individuelle Lebenssituationen und finanzielle Möglichkeiten besser berücksichtigt werden. Besonders attraktiv ist dabei die Option, durch höhere Beiträge steuerlich begünstigte Einkäufe zu tätigen und so die eigene Altersvorsorge gezielt zu stärken. Zudem ermöglichen viele Vorsorgepläne bereits vor dem gesetzlichen Mindestalter von 25 Jahren den Einstieg in den Sparprozess.

Die Definition des versicherten Lohns ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Neben dem Grundgehalt werden in vielen Unternehmen auch variable Lohnbestandteile wie Boni ganz oder teilweise für die Altersvorsorge berücksichtigt. Der sogenannte Koordinationsabzug, der vom relevanten Salär abgezogen wird, variiert je nach Unternehmen und hat vor allem für Mitarbeitende mit tieferen Löhnen eine spürbare Auswirkung auf die Höhe des versicherten Lohns. Die meisten Unternehmen versichern übrigens bis zum gesetzlich maximal anrechenbaren Lohn, wodurch auch höhere Einkommen umfassend abgesichert werden.

Teilzeitarbeit ist in der heutigen Arbeitswelt weit verbreitet. Viele Pensionskassen passen den Koordinationsabzug bei Teilzeitbeschäftigung an, um Benachteiligungen zu vermeiden. Dennoch bleibt bei höheren Löhnen häufig der maximale Abzug bestehen, was zu gewissen Ungleichheiten führen kann.

Die Verzinsung der Altersguthaben ist ein zentrales Element für den langfristigen Vermögensaufbau. Die WTW SLI® Pension Benchmarking Studie 2025 zeigt, dass die Verzinsung zwischen den Jahren und den einzelnen Pensionskassen stark schwankt. Im Durchschnitt lag sie in den letzten fünf Jahren bei rund 4 Prozent und damit deutlich über dem gesetzlichen Mindestzinssatz. Über einen langen Zeitraum hinweg führt dies zu einem erheblichen Zinseszinseffekt und damit zu einer spürbaren Erhöhung des Altersguthabens.

Auch bei den Invaliditäts- und Hinterlassenenleistungen bestehen zwischen den Unternehmen teils erhebliche Unterschiede. Während die Höhe der versicherten Invalidenrenten im Durchschnitt stabil geblieben ist, variieren die Leistungen im Todesfall – etwa durch zusätzliche Kapitalzahlungen – deutlich. Dies kann für die finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen eine wichtige Rolle spielen.

Die Finanzierung der Vorsorgepläne erfolgt in der Schweiz grundsätzlich paritätisch, das heißt, Arbeitgeber leisten mindestens gleich hohe Beiträge wie Arbeitnehmer. In der Praxis zeigen sich jedoch große Unterschiede: Einige Unternehmen zahlen bis zu dreimal höhere Beiträge als andere. Im Durchschnitt übernehmen die Arbeitgeber einen Großteil der Spar- und Risikobeiträge, was die Attraktivität ihrer Vorsorgepläne zusätzlich erhöht.

Ein viel diskutiertes Thema sind die Umwandlungssätze, mit denen das angesparte Altersguthaben in eine lebenslange Rente umgerechnet wird. Nach einer Phase der Senkungen haben sich die Umwandlungssätze in den letzten Jahren stabilisiert, wobei die Unterschiede zwischen den einzelnen Pensionskassen weiterhin groß sind. Die meisten Kassen unterscheiden dabei nicht mehr zwischen den Geschlechtern. Hingegen erlauben einige Pläne, die Höhe der Partnerrente im Ruhestand individuell zu wählen.

Insgesamt zeigt sich, dass die Schweizer Unternehmen ihren Mitarbeitenden grosszügige und flexible Vorsorgelösungen bieten, die weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen. Dennoch bleibt die Kommunikation ein zentrales Thema: Viele Versicherte verfügen nur über ein Basiswissen zu ihren Vorsorgeleistungen. Eine gezielte und verständliche Information ist daher entscheidend, damit die Mitarbeitenden die Vorteile ihrer Vorsorgelösung erkennen und optimal nutzen können.

Autoren


Leiter WTW Schweiz
Leiter Vorsorgegeschäft WTW Schweiz

Lead Benchmarking, Head of International Valuations

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