
Die bAV braucht eine weite Perspektive
HR-Verantwortliche konnten in den letzten Jahren flexibel und zügig Lösungen für unerwartete Herausforderungen finden und umsetzen. Beispiele hierfür sind die betriebliche Bewältigung der Pandemiefolgen, das Managen der Auswirkungen unterbrochener Logistikketten und die Anpassung an die Inflation und an die Konsequenzen der Energieknappheiten infolge des russischen Angriffskriegs.
Nach dieser Erfahrung stehen längerfristige Herausforderungen und vermeintlich ferne Risiken nicht oben auf der Prioritätenliste der HR-Verantwortlichen – schließlich kann man ja situativ reagieren. Dennoch müssen sie jetzt auch weitreichende Entscheidungen treffen.
Ein Beispiel dafür ist die betriebliche Altersversorgung (bAV). Die relativ schnell wechselnden Rahmenbedingungen zwingen dazu, die bAV und ihre Organisation auf den Prüfstand zu stellen. Hier geht es nicht nur wie früher um die Gestaltung von Versorgungsregelungen, etwa mit Blick auf Anlagemodelle und Auszahlungsoptionen, sondern vor allem um die Transformation hin zu einem nachhaltigen Betrieb, der auch künftigen Anforderungen gewachsen ist.
Einige Herausforderungen betreffen alle Unternehmen
Im Gegensatz zu anderen HR- oder Unternehmensfunktionen sind die Herausforderungen für die bAV von Unternehmen zu Unternehmen auch sehr unterschiedlich; die Versorgungslandschaften sowie die Standardisierungs- und Digitalisierungsgrade weichen oft deutlich voneinander ab. Dennoch gibt es entscheidende Herausforderungen, die alle Unternehmen betreffen:
- Digitalisierung zur Nutzung von Effizienzpotentialen,
- Innovationen zur Verbesserung des Nutzererlebnisses,
- Transformation in Richtung zukunftsfähiger Technologien,
- Talent-Management zur langfristigen Sicherung von Wissen
- sowie Regulierungsüberwachung und Governance zum Management von Risiken.
Drei Empfehlungen führen weiter
Mit welcher Strategie können diese vielen Herausforderungen bewältigt werden? Gibt es hier ein Patentrezept für jedes Unternehmen? Die Antwort lautet nein, weil die Voraussetzungen und die Rahmenbedingung von Unternehmen zu Unternehmen eben zu unterschiedlich sind. Dennoch gibt es generelle Empfehlungen, um eine bAV-Strategie nachhaltig auszurichten:
Machen Sie aus Herausforderungen gut genutzte Chancen
Weil die Herausforderungen für die bAV vielfältig sind, bietet ihre Neuausrichtung auch vielfältige Chancen für alle Beteiligten. Arbeitgebende können die bAV in der Wahrnehmung ihrer Mitarbeitenden aufwerten und damit die Mitarbeiterbindung und -zufriedenheit weiter stärken. Zugleich kann der Kostenanstieg durch eine effizientere Abwicklung begrenzt werden.
Und die Arbeitnehmenden profitieren von mehr Transparenz und von Angeboten, die besser auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Dies ist entscheidend für die Verbesserung ihrer gesamten Finanzplanung.
Nicht zuletzt gewinnen auch die HR- bzw. die bAV-Funktion: Sie werden als attraktive, zukunftsorientierte Unternehmensbereiche wahrgenommen. Dies könnte auch entscheidend im Wettbewerb um bAV-Talente sein. Eine nachhaltige bAV-Strategie umfasst die Organisation, die Technologie und die Mitarbeitenden gleichermaßen – gefragt ist ein ganzheitliches Denken und Handeln.

