FRANKFURT am Main, 9. Februar 2026 – Die weltweiten Pensionsvermögen sind 2025 um nahezu zehn Prozent auf einen neuen Höchststand von 68,3 Billionen US-Dollar gestiegen. Getrieben wurde das Wachstum vor allem durch kapitalmarktorientierte Vorsorgesysteme und beitragsorientierte Modelle. Das zeigt die aktuelle Global Pension Assets Study 2026 des Thinking Ahead Institute von WTW.
Deutschland zählt mit einem Pensionsvermögen von rund 564 Milliarden US-Dollar zwar zu den zehn größten Pensionsmärkten weltweit, spielt im internationalen Vergleich jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Allein die USA vereinen mit knapp 45 Billionen US-Dollar rund zwei Drittel der globalen Pensionsvermögen auf sich, gefolgt von Kanada und Japan mit jeweils mehr als drei Billionen US-Dollar. Der Anteil Deutschlands an den weltweiten Pensionsvermögen liegt bei unter einem Prozent.
Besonders deutlich wird der strukturelle Unterschied im europäischen Vergleich. Die deutschen Pensionsvermögen entsprechen lediglich rund elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In anderen europäischen Staaten ist die kapitalgedeckte Altersvorsorge deutlich stärker ausgeprägt: In der Schweiz liegen die Pensionsvermögen bei rund 173 Prozent des BIP, in den Niederlanden bei etwa 147 Prozent. Auch im Vereinigten Königreich erreicht das Planvermögen mit rund 82 Prozent des BIP ein deutlich höheres Niveau. Nicht zuletzt Länder wie Finnland (rund 110 Prozent) oder Schweden liegen klar über dem deutschen Wert. Frankreich kommt dagegen – ähnlich wie Deutschland – nur auf einen einstelligen Anteil am BIP.
Beim langfristigen Wachstum zeigt sich ebenfalls ein deutlicher Abstand. In den vergangenen zehn Jahren wuchsen die deutschen Pensionsvermögen im Durchschnitt um 3,3 Prozent pro Jahr. Damit bleibt Deutschland sowohl hinter dem globalen Durchschnitt als auch hinter vielen europäischen Vergleichsmärkten zurück. Zum Vergleich: In der Schweiz und den Niederlanden lagen die Wachstumsraten bei über 4 Prozent pro Jahr, während kapitalmarktorientierte Systeme wie in den USA (7,7 Prozent) oder Kanada (5,3 Prozent) deutlich höhere Zuwächse verzeichneten.
„Der europäische Vergleich zeigt, dass Deutschland bei der kapitalgedeckten Altersvorsorge global, aber auch innerhalb Europas nicht nur beim Volumen entsprechender Rückdeckungsmittel, sondern vor allem strukturell deutlich zurückliegt“, sagt Nikolaus Schmidt-Narischkin, Vorsitzender der Geschäftsführung der WTW Investments GmbH. „Während Länder wie die Niederlande oder die Schweiz frühzeitig auf kapitalgedeckte und institutionell organisierte Vorsorgelösungen gesetzt haben, ist die Altersvorsorge in Deutschland weiterhin stark umlagefinanziert geprägt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und reifer werdender Versorgungssysteme gewinnen organisatorische Modelle an Bedeutung, die bestehende Pensionsverpflichtungen effizient steuern und Risiken langfristig aus Unternehmen herauslösen, ohne die Versorgung der Begünstigten zu beeinträchtigen.“
“Der europäische Vergleich zeigt, dass Deutschland bei der kapitalgedeckten Altersvorsorge global, aber auch innerhalb Europas nicht nur beim Volumen entsprechender Rückdeckungsmittel, sondern vor allem strukturell deutlich zurückliegt.”
Nikolaus Schmidt-Narischkin | Vorsitzender der Geschäftsführung der WTW Investments GmbH
Global betrachtet verdeutlicht die Studie zudem den strukturellen Wandel der Altersvorsorge. In den sieben größten Pensionsmärkten machen beitragsorientierte Systeme (Defined Contribution, DC) inzwischen 63 Prozent der Pensionsvermögen aus. Märkte mit einem hohen DC-Anteil verzeichneten in den vergangenen zehn Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten. Gleichzeitig zeigt sich eine stärkere Diversifizierung der Kapitalanlagen, während integrierte Ansätze in der Steuerung von Vermögen und Risiken weiter an Bedeutung gewinnen.
Die Global Pension Assets Study 2026 des Thinking Ahead Institute analysiert die Entwicklung der Pensionsvermögen in den 22 größten Pensionsmärkten weltweit (P22). Die Studie basiert auf Daten zum Jahresende 2024 sowie Schätzungen für 2025 und untersucht Marktgröße, Wachstum, Struktur und Kapitalanlage.
Das Thinking Ahead Institute ist ein globales, unabhängiges Forschungs- und Innovationsnetzwerk von WTW. Es unterstützt institutionelle Investoren dabei, langfristig tragfähige Anlagestrategien zu entwickeln und ihre Organisationen auf strukturelle Veränderungen an den Kapitalmärkten auszurichten.
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