Mit Hauptinhalt fortfahren
Choose your location
Select the location and the language that you prefer

main content, press tab to continue

Pflege als Gamechanger

Autor

Oliver Stumpe und
David Göllner
9. Juni 2026

Viele Unternehmen investieren bereits in die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden – und dennoch steigen die krankheitsbedingten Fehlzeiten weiter an. 2024 lag der Durchschnitt bei rund 15 Fehltagen pro Mitarbeitenden in Deutschland. Was dabei häufig übersehen wird: Nicht nur klassische Erkrankungen treiben diese Entwicklung, sondern zunehmend auch private Belastungssituationen – vor allem die Pflege von Angehörigen. Ein Thema, das im Unternehmen lange unsichtbar bleibt – aber massive wirtschaftliche Auswirkungen hat.

Warum steigen Fehlzeiten wirklich an?

Die Gründe für krankheitsbedingte Ausfälle sind vielfältig:

  • Atemwegserkrankungen führen weiterhin die Fallzahlen an.
  • Psychische Erkrankungen verursachen die längsten Ausfallzeiten.
  • Private Belastungen – insbesondere pflegebedürftige Angehörige – gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Gerade die Vereinbarkeit von Familie und Beruf entwickelt sich dabei zu einem zentralen Risikofaktor für Unternehmen. Die Herausforderung für HR: Benefits-Programme brauchen mehr Flexibilität, und Gesundheitsangebote müssen heute deutlich individueller und ganzheitlicher gedacht werden.

Warum bleibt Pflege im Unternehmen unsichtbar – und was kostet das?

Viele Mitarbeitende übernehmen Pflegeverantwortung im privaten Umfeld – sprechen jedoch erst sehr spät darüber. Studien belegen: Die durchschnittlichen betrieblichen Folgekosten belaufen sich auf rund 14.154 Euro pro betroffener Person und Jahr (Quelle: WWU Münster, 2022).

Für Unternehmen bedeutet das häufig:

  • kurzfristige Ausfälle und ungeplante Abwesenheiten,
  • erhöhte psychische Belastung und stille Leistungsminderung (Präsentismus),
  • Produktivitätsverluste und steigender Wunsch nach Arbeitszeitreduktion,
  • erhöhte Fluktuation bei fehlender Unterstützung.

Das Problem wird häufig erst sichtbar, wenn es bereits kritisch ist. Frühzeitige Unterstützung schafft hier einen echten Unterschied: mehr Planbarkeit, weniger Ausfälle und stärkere Mitarbeiterbindung.

Warum klassisches BGM bei pflegenden Angehörigen zu kurz greift

„Wer im Burnout ist, hat nicht nur seine Energie aufgebraucht, sondern oft auch den Zugang zu dem, was sie wieder auffüllen könnte” David Göllner.

Ein Obstkorb im Büro ist ein nettes Signal – aber kein strategisches Gesundheitsmanagement. Denn Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist ein systematischer, strategischer Ansatz, der nachhaltig der Gesundheit der Mitarbeitenden dient – nicht eine einzelne, isolierte Maßnahme.

Klassische BGM-Programme adressieren jedoch selten die Schnittstelle zwischen privaten Pflegesituationen und betrieblicher Leistungsfähigkeit. Genau hier entsteht das Vakuum.

Wie WTW Sie unterstützt: BGM plus bPV als integrierter Ansatz

Unternehmen müssen diese Herausforderungen nicht allein meistern. WTW hat ein Team aus Expertinnen und Experten zusammengestellt, das die richtige Strategie für Sie erarbeitet – von der Bedarfsermittlung über die Auswahl geeigneter Benefits bis hin zu deren Administration und Kommunikation.

Unser Ansatz verbindet:

  • das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) – strategisch, nicht isoliert –
  • mit einer betrieblichen Pflegeversicherung (bPV) – als präventivem Employee Benefit – und einer
  • pflegesensiblen Personalpolitik – für die frühzeitige Stabilisierung von Pflegesituationen.

Häufige Fragen zu bPV und BGM

Eine betriebliche Pflegeversicherung ist eine Zusatzversicherung, die Arbeitgeber für ihre Mitarbeitenden abschließen können. Sie ergänzt die gesetzliche Pflegeversicherung und unterstützt Mitarbeitende im Pflegefall – sowohl finanziell als auch durch professionelle Beratungsservices.

Das BGM adressiert die betriebliche Gesundheitsförderung im Arbeitsumfeld. Die bPV greift zusätzlich in der privaten Pflegesituation von Mitarbeitenden – und schließt damit eine Lücke, die das klassische BGM strukturell nicht füllen kann.

Der WTW-Ansatz ist skalierbar und wurde für Unternehmen ab zirka 100 Mitarbeitenden entwickelt. Je größer das Unternehmen, desto relevanter werden die wirtschaftlichen Effekte.

Autoren

Oliver Stumpe, Senior Consultant Health and Benefits

Oliver Stumpe

Senior Consultant Health and Benefits

David Göllner, Senior Consultant Health & Benefits

David Göllner

Senior Consultant Health & Benefits