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Keine Ruhe im Cyber-Versicherungsmarkt: Hacker-Angriffe auf externe Dienstleister nehmen rasant zu

Autor

Theodoros Bitis
20. Februar 2024

Die Schadenquoten infolge von Ransomware-Vorfällen und Angriffen auf digitale Lieferketten waren 2023 weiterhin hoch. Dennoch bleiben die Prämien im CyberVersicherungsmarkt stabil, denn neue Anbieter machen den etablierten Versicherern Konkurrenz – mit innovativen Konzepten und teilweise kostenlosen Services.

Eine kleine Sicherheitslücke beim Software-Anbieter Progress hatte es in sich: Hacker drangen im Juni 2023 in die Datenaustausch-Software MOVEit ein und erlangten dadurch Zugang zu allen die Software nutzenden Unternehmen und Privatpersonen. Bekannt sind bislang über 60 Millionen betroffene User, deren Daten abgeossen sind – der angeblich größte Dateiübertragungs-Hack aller Zeiten. Die Schäden, die durch einen Datenverlust entstehen, reichen von DSGVO-Verfahren über die Benachrichtigung betroffener Dritter (Kunden, Geschäftspartner, Mitarbeiter) bis hin zu Haftungsverpichtungen gegenüber den Geschädigten.

Für Cyber-Kriminelle ist das effizient und liegt im Trend: lieber einen Cloud-Anbieter angreifen als ein einzelnes Unternehmen – größerer Erfolg bei gleichbleibendem Aufwand. Für Unternehmen verursachen derartige Datendiebstähle jedes Jahr Kosten in Millionen-Höhe.

Haften Unternehmen bei Angriff auf ihren externen Dienstleister?

Die meisten Unternehmen nutzen mittlerweile die Cloud oder lagern Daten an sonstige externe Auftragsdatenverarbeiter aus, um Kosten und IT-Ressourcen zu sparen sowie efzienter mit den Daten umzugehen. Wenn die Systeme Dritter jedoch zum Einfallstor für Hacker werden, wirft dies viele Fragen für Risikomanager und Versicherungsverantwortliche auf. Auch Monate nach dem vermeintlich größten Datendiebstahl des Jahres 2023 steigen die Opferzahlen unter Privatpersonen und Firmen weiter an. Stand Ende Oktober 2023 waren ca. 2.560 Unternehmen vom Datenleck betroffen. Laut Datenschutzgrundverordnung sind sie für die Daten ihrer Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner verantwortlich und haften bei Verlust – und zwar auch dann, wenn sie diese an einen externen Dienstleister auslagern. Wie können sich Unternehmen vor Haftungsschäden schützen? Was können sie versichern? Und werden sie den hohen IT-Anforderungen der Cyber-Versicherer noch gerecht?

Nur wer seine Risiken kennt, kann sich adäquat absichern – mit Sicherheitsvorkehrungen in der IT ebenso wie mit Deckungskonzepten für die Restrisiken. Der Fahrplan lautet: Risiken erkennen, ITResilienz stärken und verbleibende Risiken mittels Versicherung minimieren.

Neue Anbieter: Konkurrenz für die Etablierten

Besonders attraktiv sind die innovativen Angebote für KMU – aber auch für Großunternehmen und Konzerne entsteht allmählich ein Markt. Obgleich diese mehr Inhouse-Ressourcen zur Verfügung haben, bedeuten die wachsenden Sicherheitsansprüche doch hohe Kosten – nicht unmöglich, dass auch sie zunehmend auf Versicherer mit erweitertem Service-Angebot zurückgreifen.

In Zukunft werden die Anforderungen an IT Security weiter steigen – vor allem langfristig werden sich Kunden jeder Größe dorthin orientieren, wo sie maximale Unterstützung erhalten.

Fazit

Neue Anbieter entspannen den Markt in der Cyber-Versicherung. Nichtsdestotrotz bleiben die Anforderungen an die technischen Schutzmaßnahmen hoch. Mehr noch: Unternehmen müssen zunehmend auf Angriffe auf Cloud-Dienstleister oder sonstige Lieferanten gefasst sein und sich dahingehend zusätzlich absichern. Die Lösungen neuer Anbieter mit zusätzlichen Services und spezialisierten Cloud-Ausfallversicherungen werden immer beliebter. Mit professioneller Hilfe im Rahmen einer Cyber-Risikoquantifizierung lassen sich Marktangebote vergleichen, die beste Option wählen und eine risikogerechte Versicherungsstrategie entwickeln.

Quelle: Der Artikel ist zuerst erschienen in Die VersicherungsPraxis 2/2024 (VP 2/2024)

Autor

Theodoros Bitis, Head of Cyber Region D-A-CH

Theodoros Bitis

Head of Cyber Region D-A-CH

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