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Warum viele Wellbeing-Initiativen nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen

Autor

Michael Dean
1. Juli 2026

Steigende Absenzen erhöhen den Druck auf Arbeitgeber

Viele Arbeitgeber in der Schweiz stehen vor einer ähnlichen Herausforderung: Die Absenzzahlen steigen, die Versicherungsprämien nehmen weiter zu und Unternehmen investieren erhebliche Ressourcen in die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden. Trotz dieser Investitionen ist es häufig schwierig zu beurteilen, ob die bestehenden Massnahmen tatsächlich die gewünschten Ergebnisse erzielen.

Die Zahlen zeigen, dass sich der Handlungsdruck für Arbeitgeber weiter erhöht. Gemäss dem Bundesamt für Statistik waren Arbeitnehmende in der Schweiz im Jahr 2024 durchschnittlich 8,5 Tage aufgrund von Krankheit oder Unfall abwesend. Dieser Wert liegt deutlich höher als noch vor zehn Jahren. Gleichzeitig entwickeln sich psychische Erkrankungen zunehmend zu einem wesentlichen Treiber von Langzeitabsenzen.

Eine Studie von SWICA zeigt, dass 95 Prozent der psychisch bedingten Invaliditätsfälle zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit führen und durchschnittlich 218 Tage dauern. Längere Abwesenheiten belasten nicht nur Mitarbeitende und Teams, sondern führen auch zu höheren Leistungsaufwendungen in der Krankentaggeldversicherung. SWICA berichtet, dass die Ausgaben für psychisch bedingte Krankentaggelder seit 2004 um 57 Prozent gestiegen sind, was den Druck auf die Prämienentwicklung zusätzlich erhöht..

Mehr Massnahmen führen nicht automatisch zu besseren Ergebnissen

Viele Unternehmen haben auf diese Entwicklung reagiert und ihr Angebot im Bereich Gesundheit und Wellbeing ausgebaut. Employee Assistance Programme, Angebote zur Förderung der psychischen Gesundheit, Resilienztrainings, Gesundheitskampagnen und digitale Wellbeing-Plattformen sind heute weit verbreitet. Auch Versicherer investieren verstärkt in Präventionsangebote und schaffen Anreize für deren Nutzung.

Die Herausforderung besteht häufig nicht in einem Mangel an Initiativen, sondern darin zu erkennen, welche Massnahmen den grössten Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeitenden, die Absenzzahlen und die Versicherungskosten haben.

Arbeitgebern steht heute eine grössere Auswahl an gesundheitsbezogenen Angeboten zur Verfügung als je zuvor. Das schafft Chancen, erschwert aber gleichzeitig die Priorisierung. Gesundheitsbezogene Aktivitäten entwickeln sich oft über Jahre hinweg und werden von unterschiedlichen Anspruchsgruppen gesteuert. Dadurch wird es schwierig, die Wirksamkeit einzelner Massnahmen zu beurteilen, Lücken zu identifizieren oder zu erkennen, welche Interventionen den grössten Beitrag zur Reduktion von Absenzen und Schadenkosten leisten können.

Workforce Health ganzheitlich betrachten

Immer mehr Unternehmen beginnen deshalb, über einzelne Wellbeing-Initiativen hinauszudenken und das Thema Workforce Health ganzheitlicher zu betrachten.

Nachhaltige Verbesserungen bei Gesundheitskennzahlen und Absenzkosten sind selten das Ergebnis einer einzelnen Massnahme. Vielmehr entstehen sie durch das Zusammenspiel verschiedener Handlungsfelder, beispielsweise Prävention, Absenzmanagement, Case Management, Versicherungsstrategie, Governance und Datenanalyse.

Ein sinnvoller Ausgangspunkt besteht darin, den aktuellen Umgang mit Workforce Health systematisch zu analysieren und ein klares Bild der bestehenden Prozesse, Kennzahlen und Risikofaktoren zu gewinnen. Dadurch können Unternehmen ihre Prioritäten besser bestimmen, Ressourcen gezielt einsetzen und eine Roadmap entwickeln, die sowohl die Gesundheit der Mitarbeitenden als auch langfristige Kostenziele unterstützt.

Angesichts steigender Gesundheitskosten und zunehmender Absenzzahlen werden jene Organisationen die besten Ergebnisse erzielen, die nicht einfach weitere Massnahmen einführen. Erfolgreich werden vielmehr diejenigen sein, die Workforce Health strategisch und datenbasiert steuern und sich auf die Massnahmen konzentrieren, die einen nachhaltigen und messbaren Beitrag leisten.

WTW unterstützt Arbeitgeber dabei, Workforce Health strukturiert und ganzheitlich zu analysieren sowie zentrale Risiken, Kostentreiber und Optimierungspotenziale transparent zu machen.

Dadurch erhalten Unternehmen ein klareres Verständnis darüber, was bereits gut funktioniert, wo Handlungsbedarf besteht und welche Massnahmen voraussichtlich die grösste Wirkung erzielen. Das Ergebnis sind priorisierte, datenbasierte Handlungsempfehlungen, die Managemententscheidungen unterstützen und dabei helfen, Ressourcen gezielt dort einzusetzen, wo der grösste Mehrwert entsteht.

So schaffen Unternehmen die Grundlage, um Investitionen fundiert zu priorisieren und Absenzen sowie versicherungsbedingte Kosten langfristig und nachhaltig zu reduzieren.

Autor

Michael Dean, Director – Health & Benefits

Michael Dean

Director – Health & Benefits

Campaign

WTW Swiss Benefits Pulse