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Finanzielle Sicherheit als Treiber der Mitarbeiterbindung

Die Rolle der beruflichen Vorsorge in der Schweiz

Autor

Luca Caforio
20. Mai 2026

Finanzielle Unsicherheit als unterschätzter Wirkfaktor

Finanzielle Sorgen enden nicht an der Bürotür. Die Unsicherheit über die eigene Vorsorgesituation beeinflusst die Motivation, die Konzentration und die emotionale Bindung an den Arbeitgeber massgeblich. Unsere Global Benefits Attitudes Survey (GBAS) zeigt deutlich: Mitarbeitende, die ihre berufliche Vorsorge als unklar oder ungenügend einschätzen, beschäftigen sich im Alltag stärker mit finanziellen Sorgen. Dies hat spürbare Auswirkungen auf die Produktivität und die langfristige Loyalität.

Für Arbeitgeber entsteht daraus ein paradoxes Spannungsfeld. Die Kosten der beruflichen Vorsorge steigen seit Jahren, gleichzeitig bleibt ihr wahrgenommener Wert bei vielen Mitarbeitenden begrenzt. Wir bei WTW sehen hier jedoch eine enorme Chance: Wer diesen Widerspruch aktiv auflöst, nutzt einen der zentralsten Hebel für Vertrauen, Bindung und Arbeitgeberattraktivität. Denn eines ist klar: Finanzielle Sicherheit und das Verständnis der eigenen Vorsorge zählen zu den stärksten Treibern der Arbeitgeberbindung in der Schweiz.

Die Pensionskasse als Rückgrat der Altersvorsorge

Unsere Studie macht unmissverständlich deutlich, welche herausragende Rolle die berufliche Vorsorge aus Sicht der Mitarbeitenden spielt. 62 Prozent der Befragten geben an, primär über die Pensionskasse für ihre Pensionierung zu sparen. Kein anderes Vorsorgeinstrument hat eine vergleichbare Bedeutung.

Entsprechend stark prägt die Pensionskasse die Wahrnehmung des Arbeitgebers. Rund 40 Prozent der Mitarbeitenden nennen die Vorsorgeleistungen als wichtigen Grund für die Wahl ihres aktuellen Arbeitgebers; für fast jede zweite Person ist sie sogar entscheidend, um im Unternehmen zu bleiben. Mit zunehmendem Alter nimmt diese Relevanz weiter zu – branchenübergreifend und unabhängig von Funktion oder Hierarchiestufe. Wir sind überzeugt: Eine starke Pensionskassenlösung ist das Fundament einer zukunftsorientierten HR-Strategie.

Sicherheit zuerst – Personalisierung folgt

Die Erwartungen der Belegschaft sind klar fokussiert: Im Zentrum stehen Sicherheit, ausreichende Leistungen im Ruhestand und der Schutz vor Wertverlust. Parallel dazu beobachten wir jedoch einen anhaltenden Trend zu stärker personalisierten Benefits, die den unterschiedlichsten Lebenssituationen Rechnung tragen.

Diese Entwicklung ist kein Widerspruch. Mitarbeitende erwarten keine maximale Individualisierung, sondern sinnvolle Wahlmöglichkeiten, die echte Orientierung bieten. Flexible Beitragsmodelle, transparente Investitionsoptionen – etwa im 1e-Bereich für Kaderangestellte – oder lebensphasenorientierte Lösungen entfalten ihren Mehrwert nur dann, wenn sie verständlich erklärt und nachvollziehbar eingeordnet werden.

Eine weitere zentrale Erkenntnis aus unserer GBAS-Studie: Viele Mitarbeitende wünschen sich mehr Klarheit und persönliche Unterstützung bei Vorsorge- und Pensionierungsfragen. Hier können Arbeitgeber mit gezielter Kommunikation und Aufklärung massiv punkten.

3 Fragen mit Führungswirkung

Vor diesem Hintergrund lohnt es sich für zukunftsorientierte Arbeitgeber, innezuhalten und sich drei grundlegende Fragen zu stellen:

  1. Entspricht unsere Vorsorgelösung der heutigen Realität unserer Mitarbeitenden oder einer Vergangenheit, die es so nicht mehr gibt?
  2. Steuern wir die Kosten der beruflichen Vorsorge aktiv oder verwalten wir sie lediglich?
  3. Wird die Vorsorge von den Mitarbeitenden als relevante Leistung wahrgenommen oder bleibt sie ein abstraktes Konzept?

Denn Relevanz entsteht nicht durch technische Komplexität, sondern durch Verständlichkeit und spürbaren Nutzen.

Gemeinsam in die Zukunft: Die WTW Vorsorgeanalyse

Die berufliche Vorsorge ist längst mehr als ein regulatorisches Muss. Sie ist eine bewusste Führungsentscheidung – mit langfristiger, positiver Wirkung auf Kosten, Unternehmenskultur und Arbeitgeberattraktivität.

Wir bei WTW unterstützen Sie gerne dabei, diese Potenziale voll auszuschöpfen. Eine kostenlose und unverbindliche Vorsorgeanalyse mit unseren Vorsorgeexperten schafft Klarheit über den Status quo, zeigt zentrale Handlungsfelder auf und ermöglicht eine fundierte Priorisierung. Gemeinsam gestalten wir eine Vorsorgelösung, die begeistert und bindet.

Die nächste Durchführung unserer Global Benefits Attitudes Survey ist für 2026 geplant. Ziel ist es, Veränderungen in Erwartungen, Risikowahrnehmung und Entscheidungsverhalten noch differenzierter zu analysieren. Unternehmen, die ihre Vorsorgestrategie frühzeitig überprüfen möchten, profitieren davon, diese Entwicklungen im Blick zu behalten.

Über die Studie

Seit 2013 befragt WTW Mitarbeitende weltweit, um ihre Perspektive auf Benefits, die Faktoren für Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden sowie ihre Einstellungen zum Thema Wellbeing besser zu verstehen.

An der sechsten zweijährlich durchgeführten Global Benefits Attitudes Survey nahmen insgesamt 45’000 Mitarbeitende aus mittelgrossen und grossen Unternehmen des privaten Sektors in 29 Ländern (ua auch der Schweiz) teil. Die globale Befragung wurde von Januar bis März 2024 durchgeführt. Die Befragung 2026 läuft gerade. Erst Ergebnisse sind im Herbst verfügbar.

Die Umfrage ergänzt unsere Unternehmensbefragungen. Darunter fallen die Wellbeing Diagnostic Survey, die Global Benefit Trends Survey sowie unsere Versicherer-Befragung Global Medical Trends. Zusammen liefern diese Studien eine ganzheitliche 360‑Grad‑Sicht auf Mitarbeiterleistungen.

Autor

Luca Caforio, Associate Manager – Retirement Broking Consulting

Luca Caforio

Associate Manager – Retirement Broking Consulting

Campaign

WTW Swiss Benefits Pulse