Arbeitnehmer in der Schweiz sind sich der Bedeutung des Themas Altersvorsorge bewusst. Aber Studien und Erfahrungen zeigen, dass es nach wie vor große Lücken im Verständnis des Vorsorgesystems gibt, was besonders dann relevant ist, wenn Reformen in der ersten und zweiten Säule erforderlich sind. Auch die Erwartungen an den Ruhestand unterscheiden sich stark zwischen der jüngeren Generation und älteren Arbeitnehmern, die kurz vor der Pensionierung stehen. Letztendlich ist es oft eine Frage des Vertrauens in das schweizerische Vorsorgesystem, und es bleibt noch einiges zu tun, damit alle Schweizer Arbeitnehmer volles Vertrauen in das Vorsorgesystem haben und eine aktivere Rolle in ihrer eigenen Finanzplanung übernehmen. So ist zum Beispiel das Rentenalter für alle leicht zu verstehen. Der Umwandlungssatz ist demgegenüber für Schweizer Arbeitnehmer sehr viel schwieriger zu verstehen, zumal es sich dabei um einen wichtigen Leistungsparameter handelt, der je nach Pensionskasse und Arbeitgeber sehr unterschiedlich ist.
Das Verständnis der Arbeitnehmer über ihre Altersversorgung ist für Unternehmen auch in finanzieller Hinsicht bedeutsam, da die Altersversorgung in der Regel neben der Lohnvergütung (Gehalt und Prämien) der kostspieligste Teil der Personalkosten ist. Daher sollten Arbeitgeber ein starkes Interesse daran haben, die Einstellung und Wertschätzung der Mitarbeiter für ihre Altersvorsorgeleistungen zu verstehen. Die jüngste 2022 Global Benefits Attitudes Survey von WTW zeigt, dass die Altersversorgung tatsächlich der wichtigste Bereich ist, bei welchem sich Arbeitnehmer mehr Unterstützung von ihrem Arbeitgeber wünschen. Dies liegt sogar noch vor Flexibilisierung, Karrieremanagement und emotionaler Gesundheit, um nur einige zu nennen.



