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Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wird zur HR-Kernaufgabe

Warum pflegesensible Personalpolitik immer relevanter wird

Autor

Oliver Stumpe
23. Juni 2026

Pflege als neue Realität im Arbeitsleben

Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf entwickelt sich in Deutschland zu einer der zentralen personalpolitischen Herausforderungen. Ende 2023 galten rund 5,7 Millionen Menschen als pflegebedürftig – etwa 80 bis 85 Prozent von ihnen werden zu Hause versorgt, überwiegend durch Angehörige.

Pflege kann jede und jeden treffen – oft plötzlich und unabhängig von der eigenen Lebensplanung. Besonders herausfordernd ist die Situation, wenn Pflege organisiert werden muss und die Angehörigen der Pflegebedürftigen räumlich getrennt von diesen leben. Die Abstimmung, Koordination oder auch Durchführung pflegerischer Aufgaben sowie emotionale Belastungen kommen dann zu den Herausforderungen des Berufsalltags hinzu.

Besonders betroffen ist die Altersgruppe zwischen 40 und 65 Jahren. In dieser Phase übernehmen viele Beschäftigte wichtige und auch zeitintensive Fach-, Projekt- oder Führungsaufgaben – mit entsprechender Bedeutung für die Unternehmen. "Solange die Pflege nicht als Teil unseres Alltags mitgedacht wird, bleibt vieles Theorie – Angehörige brauchen Lösungen, die zu dem echten Leben passen", so David Göllner, Senior Consultant Health & Benefits bei WTW.

Solange die Pflege nicht als Teil unseres Alltags mitgedacht wird, bleibt vieles Theorie – Angehörige brauchen Lösungen, die zu dem echten Leben passen”
David GöllnerSenior Consultant Health & Benefits

Auswirkungen auf Unternehmen und Beschäftigte

Pflege wird für viele Mitarbeitende zu einem festen Bestandteil ihres Alltags. Studien zeigen, dass Pflegeaufgaben nur schwer mit einer Vollzeitbeschäftigung vereinbar sind. Häufige Folgen sind:

  • Reduzierung der Arbeitszeit,
  • Verzicht auf Weiterentwicklung oder Führungsverantwortung,
  • zeitweiser oder vollständiger Rückzug aus dem Arbeitsleben.

Gesetzliche Instrumente wie Pflegezeit oder Familienpflegezeit finden bislang nur begrenzt Anwendung. Gründe sind insbesondere die Sorge vor Einkommensverlusten und möglichen negativen Karrierefolgen.

Blick nach vorn: Pflege strategisch integrieren

Mit dem demografischen Wandel wird die Zahl pflegender Erwerbstätiger weiter steigen. Unternehmen sind daher gefordert, Pflege nicht nur als Einzelfalllösung, sondern als strategisches HR-Thema zu betrachten.

WTW unterstützt Organisationen dabei, Pflege systematisch in eine zukunftsfähige Personalstrategie einzubinden. Integrierte Lösungen mit Blick auf die Bereiche Benefits,Health & Wellbeing, Workforce-Strategie und Governance helfen, strukturelle Antworten zu entwickeln und Mitarbeitende nachhaltig zu entlasten. Dabei geht es vor allem um folgende Leistungen:

  • Pflegeberatung

    WTW berät Arbeitgeber bei der Auswahl und Einbindung externer Dienstleister, etwa spezialisierter Assistance-Dienste, die betroffenen Mitarbeitenden akute Pflegeberatung und Organisationshilfe im Pflegefall vermitteln.
  • Betriebliche Krankenversicherung (bKV)

    WTW konzipiert für Unternehmen bKV-Modelle, die gezielte Leistungen für pflegende Angehörige umfassen – etwa finanzielle Unterstützung, psychologische Betreuung oder Präventionskurse.
  • Flexible Wellbeing-Strategien

    WTW entwickelt integrierte Wellbeing-Konzepte, die eine Unterstützung rund um die emotionale, soziale und körperliche Gesundheit verbinden und Arbeitgebern helfen, Fehlzeiten durch Überlastung pflegender Mitarbeitender zu reduzieren.
  • Digitale Plattformen

    Über digitale Plattformen von WTW können Unternehmen ihren Beschäftigten einen unkomplizierten, ortsunabhängigen Zugriff auf pflegespezifische Zusatzleistungen und Hilfsangebote zur Verfügung stellen.

Insgesamt kommt es darauf an, entsprechende Leistungen auf den Bedarf der Unternehmen und ihrer Mitarbeitenden zuzuschneiden und systematisch in das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) einzubinden. Je früher dies geschieht, desto besser. Denn Pflege ist kein Randthema mehr – sie gehört zunehmend zur Lebensrealität der Belegschaften.

Autor

Oliver Stumpe, Senior Consultant Health and Benefits

Oliver Stumpe

Senior Consultant Health and Benefits

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