
Nach einem Jahr mit steigenden Zinsen und robusten Gewinnen belohnen viele Banken in Europa ihre Führungskräfte mit neu gestalteten Vergütungspaketen. Gleichzeitig müssen die Banken und ihre Führungsgremien das Vertrauen der Anleger aufrechterhalten und den Forderungen nach einer Kurskorrektur bei den Vergütungspraktiken nachkommen. Diese sind wiederum durch regulatorische Vorgaben, die Aufhebung der Bonusobergrenze in UK und kritische Fragen seitens der Stakeholder geprägt. Von London bis Zürich erleben die CEOs große Veränderungen in Bezug auf die Form, die Höhe und die Kriterien ihrer Vergütung.
Was ist bisher geschehen?
Die Hauptversammlungssaison 2025 war in Bezug auf die Vergütung sehr ereignisreich. Viele große europäische Banken haben die Vorstandsvergütung angepasst, um die guten Ergebnisse der letzten Zeit und in einigen Fällen auch die neuen regulatorischen Freiheiten zu berücksichtigen. Im Großen und Ganzen war 2024 ein hervorragendes Jahr für die Rentabilität der Banken - Rekordnettogewinne und steigende Eigenkapitalrenditen (RoTE) gaben den Vorständen die Möglichkeit, großzügigere Vergütungspakete vorzuschlagen. Auch die Gesamtrenditen für die Aktionäre stiegen (unterstützt durch kräftige Dividenden und Aktienrückkäufe), was das Argument untermauerte, dass höhere Incentives für Führungskräfte durch außergewöhnliche Ergebnisse „verdient“ wurden. Die Entwicklung ist jedoch je nach Region unterschiedlich:
- Die UK hat nach dem Brexit mit einer Neuordnung der Bonusobergrenzen begonnen
- Die Eurozone passt die Vergütungen unter einem nachhaltig strengen Regime an
- Die Schweiz muss sich mit den „Post-Credit-Suisse-Sensitivitäten“ auseinandersetzen

