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Zwischen Finanzdruck und Zukunftssorgen: Beschäftigte erwarten Orientierung vom Arbeitgeber

WTW Global Benefits Attitude Survey unter 2.000 Beschäftigen in Deutschland.

21. Oktober 2026

FRANKFURT AM MAIN, 21. Oktober 2026 – Inmitten wirtschaftlicher Unsicherheit und hoher Preise wächst der finanzielle Druck: Jeder dritte Beschäftigte in Deutschland (33 Prozent) gibt an, dass finanzielle Probleme sein Leben negativ beeinflussen. 2024 war es gut jeder Vierte (27 Prozent). Im Jahr 2019 sogar nur jeder Fünfte. Während Arbeitgeber selbst unter Kostendruck stehen, suchen Beschäftigte Halt und erwarten Unterstützung. Umso wichtiger ist, dass das bestehende Benefits-Angebot auch ankommt. Bislang bewertet jedoch nur gut die Hälfte der Beschäftigten die Unterstützung ihres Arbeitgebers beim Verstehen und Nutzen der Benefits als wirksam. Das zeigt die Global Benefits Attitudes Survey 2026 von WTW.

„Mitarbeitende erwarten von ihrem Arbeitgeber, dass er sie in der aktuellen Zeit unterstützt. Jedoch stehen Unternehmen selbst unter Kostendruck. Ein attraktives Benefits-Angebot und Kostendisziplin müssen aber kein Gegensatz sein“, sagt Nicoletta Blaschke, Head of Health & Benefits bei WTW. „Voraussetzung ist, dass Arbeitgeber klarere Schwerpunkte setzen und ihre Benefits konsequent am Bedarf der Beschäftigten ausrichten.“

Mitarbeitende erwarten von ihrem Arbeitgeber, dass er sie in der aktuellen Zeit unterstützt. Jedoch stehen Unternehmen selbst unter Kostendruck. Ein attraktives Benefits-Angebot und Kostendisziplin müssen aber kein Gegensatz sein.”
Nicoletta BlaschkeHead of Health & Benefits

Finanzieller Druck im Privaten belastet auch Unternehmen

Laut der Umfrage befindet sich gut jeder Fünfte (21 Prozent) in einer schlechten finanziellen Lage, 2024 waren es 17 Prozent. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf Unternehmen: Beschäftigte mit hoher finanzieller Belastung verlieren mehr als doppelt so viele Tage durch Fehlzeiten und Präsentismus, also verminderte Leistung trotz Anwesenheit, wie Beschäftigte mit geringer Belastung. Zudem fühlen sie sich doppelt so häufig ausgebrannt.

Beschäftigte suchen Halt, die Wechselbereitschaft bleibt stabil

In dieser Lage suchen Beschäftigte Halt: Bei der Wahl des Arbeitgebers rangiert die Jobsicherheit hinter dem Gehalt auf Platz zwei, ebenso bei der Entscheidung, zu bleiben. Zwar ist die Wechselbereitschaft seit 2024 stabil, doch knapp zwei von fünf Beschäftigten (39 Prozent) wären für einen Wechsel offen. „Stabile Wechselzahlen sind noch kein Beleg für Bindung“, so Blaschke. „Entscheidend ist, ob Beschäftigte bleiben, weil sie wollen, oder weil sie keine bessere Option sehen.“

Arbeitgeber sollen Halt bieten und stehen dabei selbst unter Kostendruck. Die Ausgaben für Benefits steigen, viele Unternehmen überprüfen ihr Angebot. Gleichzeitig können sie auf einer soliden Basis aufbauen. 58 Prozent der Beschäftigten haben heute ein hohes Maß an Wahlfreiheit bei ihren Benefits, 2019 waren es 39 Prozent. Und 50 Prozent glauben, dass ihr Arbeitgeber bessere Konditionen aushandelt, als sie selbst bekämen, 2022 waren es 38 Prozent.

Mehr Wirkung statt mehr Angebot

Bei begrenzten Budgets zählt, dass Benefits tatsächlich ankommen. Das ist bislang eine Schwachstelle: Nur gut die Hälfte bewertet die Unterstützung beim Verstehen (54 Prozent) und beim Nutzen (53 Prozent) ihrer Benefits als wirksam. Nur ein Drittel erlebt das Zusammenspiel aus digitalem Zugang, Kommunikation und Entscheidungshilfe als hilfreich. Auch die Schwerpunkte des Benefits-Angebots passen nicht ganz zum Bedarf: Für 43 Prozent der Beschäftigten zählt ihre finanzielle Situation zu einem Thema, bei dem sie sich Unterstützung wünschen. Jedoch ist dieses Thema nur für 17 Prozent der Arbeitgeber eine Priorität ihres Wellbeing-Programms für die kommenden zwei Jahre (WTW Wellbeing Diagnostic Survey 2026).

„Finanzielle Gesundheit ist für viele Arbeitgeber noch Neuland“, sagt Blaschke. „Der erste Schritt muss aber nicht groß sein. Viele Anbieter von Altersvorsorge und Benefits decken Finanzbildung bereits ab, und für die persönliche Beratung gibt es spezialisierte Partner. Arbeitgeber müssen das vor allem sichtbar machen und auf den Bedarf ihrer Belegschaft zuschneiden.“

KI wird zum Treiber der Unsicherheit

Der Wunsch nach Stabilität betrifft nicht nur die persönliche finanzielle Situation, sondern auch die berufliche Zukunft. Weltweit wird Künstliche Intelligenz dabei zum Treiber von Unsicherheit: Fast zwei von fünf Beschäftigten (38 Prozent) sorgen sich, dass KI ihre Jobsicherheit stark beeinträchtigen könnte. Für mehr als die Hälfte (54 Prozent) der befragten Beschäftigten in Deutschland ist KI im Berufsalltag bereits wichtig, oder sie erwarten, dass sie ihre Arbeit künftig grundlegend verändert. Weltweit sind es 67 Prozent.

„Dass KI in Deutschland bislang weniger stark wahrgenommen wird, sollte Arbeitgeber nicht in Sicherheit wiegen“, sagt Blaschke. „Die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz entsteht oft, bevor sich die Arbeit tatsächlich verändert. Wer jetzt offen erklärt, was KI für Aufgaben und Rollen bedeutet, schafft Sicherheit, bevor Verunsicherung entsteht.“

Über die Studie

Die Global Benefits Attitudes Survey ist eine alle zwei Jahre durchgeführte Befragung von WTW zu den Sichtweisen von Beschäftigten auf Benefits, Wohlbefinden und Arbeitsmarkt. Sie soll Arbeitgebern helfen, die Benefits-Programme der Zukunft zu gestalten. In der siebten Erhebung wurden zwischen Februar und Mai 2026 rund 41.000 Beschäftigte mittlerer und großer Unternehmen in 31 Märkten befragt, davon rund 2.000 in Deutschland. Die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die Beschäftigten im jeweiligen Markt.

Über WTW

WTW (NASDAQ: WTW) bietet datengesteuerte, evidenzbasierte Lösungen in den Bereichen Mitarbeitende, Risiko und Kapital. Wir nutzen die globale Sichtweise und das lokale Fachwissen unserer Mitarbeitenden in 140 Ländern und Märkten, um Unternehmen dabei zu helfen, ihre Strategie zu schärfen, die Widerstandsfähigkeit ihrer Organisation zu verbessern, ihre Mitarbeitenden zu motivieren und ihre Leistung zu maximieren. In enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden decken wir Chancen für nachhaltigen Erfolg auf und bieten Perspektiven, die Sie weiterbringen.

Medienkontakte

Reiner Jung

Head of Marketing

Alexander Stiehle

Consense Communications

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