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Inflation: Wie Sachversicherer jetzt reagieren sollten

3. November 2022

KÖLN, 3. November 2022 – Mit zehn Prozent Steigerung gegenüber dem Vorjahresmonat hat die Inflation in Deutschland im September ein neues Hoch erreicht. Entspannung ist durch weiterhin bedrohte Lieferketten, Ressourcen- und Fachkräftemangel sowie die anhaltende Energiekrise mittelfristig nicht in Sicht.

Erhöhte Rückstellungen, steigende Kosten für Schäden und Rückdeckung sowie Kunden, die jede Ausgabe hinterfragen – Versicherern drohen deutliche Einbußen im Privatkunden-Geschäft.”
Stefanie SchriekLeiterin Versicherungsberatung bei WTW Deutschland

Versicherer trifft die Inflation gleich doppelt: Die Prämien aus dem Vorjahr werden zur Deckung von Schäden und Kosten oft bei weitem nicht mehr ausreichen und zugleich müssen Rückstellungen für bereits eingetretene Schäden teilweise drastisch erhöht werden.

Doch die notwendigen Prämienerhöhungen werden nicht leicht durchzusetzen sein. So lag die Inflation für Autoteile zuletzt bei acht Prozent, für Baukosten gar bei 17 Prozent – für einige Materialien noch deutlich höher. Es ist eine Gratwanderung, angesichts dieser Höhe und dieser Bandbreite die richtige Anpassung der Prämien vorzunehmen.

Hausaufgaben für Sachversicherer

Gefragt ist eine Kombination aus Strategie, Taktik und Agilität. Unternehmen müssen dafür die folgenden Hausaufgaben erledigen:

  • Klarere Vorgaben zum Preisniveau:
    Von der Unternehmensführung bis zur Vertreterin – alle müssen verstehen, wo die Reise hingeht und dass die Preise teilweise deutlich angepasst werden müssen.
  • Spielräume erkennen:
    Versicherer, die ihre Handlungsmöglichkeiten kennen, werden deutliche Vorteile haben. Nicht alle Policen müssen gleich stark erhöht werden, nicht alle Versicherten reagieren auf eine Erhöhung gleich. Und auch im Produktdesign kann dafür gesorgt werden, dass die Preise für Verbraucher nicht allzu stark ansteigen.
  • Agilität verbessern:
    Selten war die Unsicherheit im Markt so groß. Anbieter, die schnell auf Trends, auf das Feedback der Versicherten und auf die Strategie der Wettbewerber reagieren können, sind klar im Vorteil. Hier braucht es Qualität und Schnelligkeit, vom Monitoring über das Underwriting bis zur Rabattsteuerung.

Fazit: Handeln ist angesagt – es ist höchste Zeit.

Wie so oft gilt: Den Wandel überstehen diejenigen am besten, die die Herausforderung annehmen, die Ärmel hochkrempeln und handeln. Erledigen Sie Ihre Hausaufgaben, um profitabel und gleichzeitig für die zunehmend preissensitive Kundschaft attraktiv zu bleiben.

Medienkontakte

Corinna Bause

VOCATO public relations GmbH