Mit Hauptinhalt fortfahren
Choose your location
Select the location and the language that you prefer

main content, press tab to continue

Für HDI Global zählt zuerst das Risiko

Willis Risk Summit 2026

27. Mai 2026

Herr Dr. Erdönmez, welche Kernaufgabe hat HDI Global aus Ihrer Sicht?

Mukadder Erdönmez: Unsere Vision ist es, der bevorzugte „Partner in Transformation“ für Kunden und Broker zu sein. Wir wollen unseren Kunden helfen, ihre Risiken langfristig zu beherrschen, damit sie ihre Strategien gut abgesichert umsetzen können.

Was beschäftigt Sie hier aktuell am meisten?

Mukadder Erdönmez: Makroökonomisch gesehen stehen viele Unternehmen derzeit unter dem Druck eines zunehmend komplexen globalen Umfelds – geprägt von handelspolitischer Unsicherheit, hohen Energiekosten, einer überbordenden Regulatorik und einer oft veralteten Infrastruktur. Im Zuge der Entwicklungen der letzten Jahre haben wir auch verstärkt China als relevanten geo- bzw. wirtschaftspolitischen Akteuer im Blick. Für sehr viele Unternehmen ist China als Absatz- und Zuliefermarkt von signifikanter Bedeutung.

Welchen Weg sollten Unternehmen jetzt gehen?

Mukadder Erdönmez: Unternehmen sollten in einem engen Dialog mit Maklern und Versicherern relevante Risiken transparent machen, aus unternehmerischer Sicht bewerten und dann gemeinsam über Absicherungsstrategien nachdenken. Dazu gehören jetzt eben auch Überlegungen zur Standortwahl oder der Restrukturierung von Wertschöpfungsnetzen.

Unternehmen sollten in einem engen Dialog mit Maklern und Versicherern relevante Risiken transparent machen, aus unternehmerischer Sicht bewerten und dann gemeinsam über Absicherungsstrategien nachdenken."
Dr. Mukadder ErdönmezMitglied des Vorstands der HDI Global SE

Hebt „Partner in Transformation“ auch darauf ab, die technologische Entwicklung von Unternehmen zu flankieren?

Mukadder Erdönmez: Das ist ein wichtiger Teil unseres Geschäfts. Hier schauen wir uns zum einen an, wie Unternehmen zum Beispiel von der Künstlichen Intelligenz profitieren – etwa indem sie ihre Prozesse effizienter und produktiver gestalten – oder durch innovative technische Produkte mit KI „built in“. Zum anderen betrachten wir die damit verbundenen Risiken.

Um welche Risiken geht es hier?

Mukadder Erdönmez: Hier geht es zum Beispiel um Fehl- bzw. Falschinformationen oder Halluzination komplexer KI-Systeme bei der Auswertung großer Datenmengen. Wir können Unternehmen nur empfehlen, den Output ihrer KI-Systeme genau zu üperprüfen, vor allem wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Auf der Produktseite sorgt jedoch jetzt auch die EU-Regulaltorik für erhebliche zusätzliche Herausforderungen.

Worin liegen diese Herausforderungen?

Mukadder Erdönmez: Hier geht es um das Zusammenspiel der EU-Richtlinie zu Verbandsklagen und die EU-Produkthaftungsrichtlinie. Die EU-Richtline über Verbandsklagen, die bereits im Juni 2023 rechtswirksam wurde, dient dem kollektiven Verbraucherschutz. Sie erleichtert es, Verbraucherschutzverbänden Sammelklagen gegen unlautere Geschäftspraktiken einzureichen. Die EU-Produkthaftungsrichtlinie muss bis Dezember 2026 in nationales Recht umgesetzt werden. Sie verschärft die Haftungsbedingungen für fehlerhafte Produkte; dazu gehören auch Software- und KI-Lösungen. Die Beweislast liegt dann bei den Unternehmen. Das macht ein professionelles Risiko- und Haftungsmanagement noch wichtiger.

In der Konsequenz bedeutet dies, dass für technische Geräte mit KI-Komponenten, welche zu Personen- oder Sachschäden führen, bald die neue EU-Produkthaftung, verbunden mit der bereits bestehenden Möglichkeit einer Sammelklage, greift. Gerade die Komplexität und das oft intransparente Eigenleben komplexer KI-Systeme birgt hier ein Risiko für Unternehmen.

Wir haben nur kurz über ausgewählte Risiken gesprochen. Worauf kommt es aus Ihrer Sicht generell an?

Mukadder Erdönmez: Am Anfang sollte stets der Gedanke stehen „Manage das, was Du beeinflussen kannst“. Hier geht es etwa um ein vorausschauendes unternehmerisches Handeln zur Risikoprävention auf Basis fundierter Risikoanalysen. An welchen Standorten können wir in Zukunft erfolgreich wirtschaften? Wie können wir unsere Lieferketten so struktrurieren, dass wir weniger im Risiko sind? Wie gehen wir mit regulatorischen Anforderungen um? Dazu gehören natürlich nach wie vor auch Maßnahmen zum Schutz vor Cyber-Angriffen oder vor den Folgen des Klimawandels.

Erst danach sollte der Gedanke folgen „Sichere dich ab für das, was du nicht beeinflussen kannst“. Damit sind versicherungstechnische Lösungen gemeint, die immer erst am Ende – nach der Risikoanalyse und Risikoprävention – stehen sollten. Gerade als Versicherer legen wir auf diese Reihenfolge Wert. Für uns steht das erfolgreiche Wirtschaften unserer Kunden im Vordergrund, weshalb die Vermeidung von Schäden Vorrang hat – wenn es dann zum Schaden kommt ist unser Anliegen möglichst schnell bei der Wiederherstellung der wirtschaftlichen Aktivitäten zu zu unterstützen.

Ihre Kontakte

Stefan Sowietzki, Head of Sales & Client Management

Stefan Sowietzki

Head of Sales & Client Management

KONFERENZ ZUM RISIKO- UND VERSICHERUNGSMANAGEMENT

Willis Risk Summit 2026: Sicher handeln in einer unsicheren Welt