FRANKFURT AM MAIN, 3. Juli 2025 – Die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten sind die beiden geopolitischen Risiken, die Unternehmen derzeit am meisten beunruhigen. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Großmaklers Willis (WTW) auf dem diesjährigen Risk Summit in Frankfurt vergangene Woche unter mehr als 60 Risikoverantwortlichen aus deutschen mittelständischen und Großunternehmen. Ebenfalls oben auf dem Risikoradar der Befragten stehen die US-Zollpolitik und Handelskonflikte sowie die Zunahme von staatlich gesteuerten Cyberangriffen. „Dieses Bild ist sicherlich eine Momentaufnahme der letzten Tage und Wochen, in denen unter anderem der Angriff der USA auf den Iran zu großen Sorgen geführt hatte“, sagt Lukas Nazaruk, Head of Corporate Risk & Broking Deutschland und Österreich bei Willis, einem Geschäftsbereich von WTW. Noch vor wenigen Monaten standen nach einer früheren Umfrage [1] die US-Zollpolitik und damit verbundene potenzielle Handelskonflikte auf Platz 1 unter den politisch bedingten Risiken.
Zurückhaltung bei Versicherungen für geopolitische Risiken
Trotz dieser Einschätzungen spielen Versicherungslösungen als Absicherungsinstrument gegen politische Risiken bislang eine eher untergeordnete Rolle: Nur eines von 31 antwortenden Unternehmen hat bereits eine Versicherung abgeschlossen, drei weitere planen dies. „Die Relevanz des Themas nimmt zu. Wichtig ist, dass die Versicherungswirtschaft bedarfsgerechte Lösungen bereit stellt, die den individuellen Kundenbedürfnissen gerecht werden“, so Nazaruk. „Gleiches wurde auch im Teilnehmerkreis unserer Veranstaltung diskutiert: Risiken sind heute so komplex und miteinander verzahnt, dass eine einzelne Spartenlösung oft den Bedarf nicht trifft. Unternehmen wünschen sich mehr Individualität von ihrem Versicherer und dass dieser ‚Versicherung vom Risiko her denkt‘.“

