
Auf einen Blick
- Gemäß der EUPTD müssen auch relevante Benefits kommuniziert werden.
- Es braucht Klarheit, welche Leistungen angeboten werden, wer sie erhält, welchen Wert sie haben und wodurch Unterschiede begründet sind.
- Benefits Assessments bilden die Basis für die erforderliche Transparenz gegenüber Mitarbeitenden und für die Berichterstattung.
- Governance und Kommunikation machen aus Benefits Assessments einen nachhaltigen und nachvollziehbaren Prozess.
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (EUPTD) rückt neben dem Grundgehalt auch weitere Vergütungsbestandteile stärker in den Fokus. Dazu gehören etwa betriebliche Altersversorgung, Versicherungen, gesundheitsbezogene Leistungen oder Dienstwagen. Für Unternehmen entsteht damit eine Herausforderung, die über die reine Offenlegung hinausgeht: Bevor Benefits transparent kommuniziert werden können, muss zunächst Klarheit darüber bestehen, welche Leistungen angeboten werden, wer sie erhält, welchen Wert sie haben und wodurch Unterschiede begründet sind. Genau hier setzen Benefits Assessments an.
Transparenz beginnt mit einer belastbaren Bestandsaufnahme
Benefits sind häufig komplexer als Grundgehälter, weil die Benefits unterschiedlichen Regelungen, Berechtigungskreisen und historischen Zusagen folgen können. Ein Benefits Assessment schafft hier Transparenz über das Leistungsportfolio und die Anspruchslogik und bildet die Grundlage für eine konsistente Bewertung sowie die objektive Begründung von Unterschieden.
Ergebnisse einer aktuellen WTW-Studie
Bewertung macht Benefits vergleichbar
Gerade die Bewertung kann anspruchsvoll sein. Was ist zum Beispiel der relevante Wert einer betrieblichen Altersversorgung oder einer Versicherung? Soll der Arbeitgeberaufwand betrachtet werden, der gezahlte Beitrag oder der Wert der zugesagten Leistung?
Entscheidend ist nicht zwangsläufig eine einzige Bewertungsmethode für sämtliche Benefits. Vielmehr benötigen Unternehmen eine nachvollziehbare und konsistent angewandte Logik, die zum jeweiligen Benefit passt und dokumentiert werden kann. Zum Beispiel können hierfür Payroll-Werte, Arbeitgeberkosten sowie Markt- oder Barwertansätze betrachtet werden.
Benefits Transparency beginnt nicht mit der Offenlegung eines Wertes. Sie beginnt mit der Fähigkeit, diesen Wert und die zugrunde liegende Anspruchslogik erklären zu können.
Governance macht aus dem Assessment einen nachhaltigen Prozess
Ein einmaliges Assessment allein schafft noch keine dauerhafte Transparenz. Benefits-Portfolios entwickeln sich weiter, neue Leistungen kommen hinzu und bestehende Regelungen können sich verändern. Deshalb muss auch geklärt werden, wie Entscheidungen und Bewertungsansätze dokumentiert und Verantwortlichkeiten organisatorisch verankert werden.
Für Benefits bedeutet dies in der Praxis vor allem, eine belastbare Governance rund um die gewählten Bewertungs- und Dokumentationsansätze aufzubauen. So kann Transparenz über Benefits von einer punktuellen Compliance-Übung zu einem wiederholbaren Prozess werden.
Erst verstehen, dann erklären
Schließlich ist Benefits-Transparenz auch eine Kommunikationsaufgabe. Beschäftigte werden künftig nicht nur Informationen erwarten, sondern nachvollziehen wollen, wie ihre Gesamtvergütung zusammengesetzt ist und warum gegebenenfalls Unterschiede bestehen.
Auf das Benefits Assessment folgen daher gezielte Kommunikations- und Change-Management-Maßnahmen, die relevante Stakeholder einbinden, das Verständnis von Vergütungsprozessen bei Führungskräften und Beschäftigten stärken und durch geeignete Kommunikationslösungen Transparenz über Benefits und Anspruchskriterien schaffen.
Damit wird das Assessment zur Grundlage glaubwürdiger Kommunikation: Nur wenn HR und Führungskräfte verstehen, welche Benefits bestehen, nach welchen Kriterien sie gewährt und wie sie bewertet werden, können sie diese Zusammenhänge verständlich vermitteln.
Transparenz braucht zuerst Verständnis
Die EUPTD bietet Unternehmen damit einen Anlass, Benefits nicht nur unter Compliance-Gesichtspunkten zu betrachten. Ein strukturiertes Assessment schafft zunächst Transparenz über das eigene Portfolio und dessen Anspruchs- und Bewertungslogik. Eine klare Governance sorgt dafür, dass diese Grundlagen belastbar bleiben. Darauf aufbauend kann eine Kommunikation entstehen, die Beschäftigten nicht lediglich Informationen zur Verfügung stellt, sondern Benefits und deren Einordnung nachvollziehbar macht.
Vier Fragen für den Benefits-Readiness-Check
- Bestandsaufnahme
Welche Benefits bestehen und für welche Beschäftigtengruppen gelten sie? - Bewertung
Wie werden unterschiedliche Benefits konsistent und nachvollziehbar bewertet? - Fairness und Kriterien
Welche Unterschiede bestehen und auf welchen objektiven Kriterien beruhen sie? - Governance und Kommunikation
Wer verantwortet Bewertungslogik und Dokumentation? Und wie werden Benefits und Anspruchsberechtigung nachvollziehbar vermittelt?
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