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Klimawandel: wirtschaftliche Veränderungen und mehr Risiken

16. Februar 2021

Der Klimawandel verschärft auch die Risikosituation vieler Unternehmen. Eine Lösung bieten valide Informationen zu Geschäftspartnern und ein professionelles Forderungs- und Finanzierungsmanagement.
Credit, Political Risk and Terrorism
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Unternehmerisches Handeln wird riskanter

Auch wenn von „Greta“ und den Freitagsdemonstrationen in Zeiten von Corona wenig zu hören ist, nimmt der Klimawandel seinen Lauf. Und damit einher gehen etwa ein Umdenken im Konsumverhalten oder wetterbedingt gestörte Produktionsprozesse. Fast alle Branchen sind betroffen und stehen vor neuen Herausforderungen. Die Corona-Krise beschleunigt zudem diverse Veränderungsprozesse, insbesondere rund um die Digitalisierung.

Das Risiko, dass einige Branchen dabei in eine Sackgasse laufen oder Unternehmen dem notwendigen Wandel nicht oder zu spät folgen, steigt in den nächsten Monaten und Jahren rasant. Und damit stellen sich vielen mehr denn je die Fragen: Kann mein Abnehmer morgen noch zahlen und reicht meine Liquidität für meine laufenden Verbindlichkeiten und nötigen Investitionen?

Viele Branchen sind in Bedrängnis

Insgesamt wird der Klimawandel die Wirtschaftsprozesse stark beeinflussen und neue Strategien erfordern – mit Blick auf „systematische Klimarisiken“ wie steigende Energiepreise und „unsystematische Klimarisiken“ wie Nachfrageverschiebungen und eine zunehmende Regulierung. Jedes zweite Unternehmen rechnet damit, spätestens 2030 negative Auswirkungen des Klimawandels direkt zu spüren. Dennoch reagiert derzeit nur weniger als ein Viertel der betroffenen mittelständischen Unternehmen mit konkreten Gegenmaßnahmen. Der Agrarbereich ist wohl der bekannteste Sektor, der zunehmend starken Wetterereignissen wie Hitze und Trockenheit oder Starkregen ausgesetzt ist. Hier schnellen die Kosten für neue Schutzmaßnahmen wie den Bau neuer Deiche oder etwa den Ausgleich von Wasserknappheit in die Höhe; gleichzeitig reduziert übermäßige Hitze die Arbeitsproduktivität.

Das Brisante daran ist, dass Vorhersagen zeitlich und lokal nicht oder nur eingeschränkt möglich sind und Unternehmen unvermittelt betroffen werden. Der daraus resultierende wirtschaftliche Schaden kann schnell zur Insolvenz führen. Im schlimmsten Fall genügt ein einziges meteorologisches Extremereignis, um etwa transportintensive Wertschöpfungsketten zu zerstören; gefragt sind also auch flexible Beschaffungsstrategien, die einen schnellen Wechsel der Verkehrsträger umfassen.

Kunden und Gesetzgeber machen Druck

Eine weitere große Herausforderung ist das Umdenken der Bevölkerung, das zu einem neuen Konsumverhalten führt. Viele Konsumenten achten vermehrt auf die Reduktion von Verpackungen, wählen Mehrweg statt Einweg und setzen auf nachhaltige, umweltfreundliche Produkte, die auch ökologisch hergestellt wurden. Um die Umwelt weiter zu schonen und Treibhausgase zu verringern, werden zudem vermehrt öffentliche Verkehrsmittel oder Alternativen wie das Fahrrad oder Car-Sharing genutzt. In der Automobilbranche ist diese Trendwende mit dem Wunsch nach umweltfreundlichen Elektro-Autos bereits angekommen; die gesamte Branche steht vor großen Veränderungen mit teilweise dramatischen Konsequenzen für die Zulieferindustrie.

Erschwerend kommen Auflagen des Staates hinzu wie Emissionsgrenzen und die Reduzierung von Schadstoffen, der Einsatz von Filteranlagen sowie Änderungen im Bereich der Energiegewinnung – weg von Kohle und Atomkraft, hin zu alternativen und regenerativen Energien. Dies bedingt kostenintensive Anpassungen bei Forschung, Entwicklung und Produktion, insbesondere für energieintensive Produktionsverfahren.

Insolvenzen werden zunehmen

Wie bereits erwähnt, werden die meisten Branchen durch den Klimawandel beeinflusst. Branchen, die sowohl direkte negative Klimaeffekte erfahren als auch regulatorisch geforderten Maßnahmen Folge leisten müssen, sind sogar doppelt betroffen. Hierzu zählen etwa vor allem der Verkehrssektor sowie die Automobilindustrie, die Energiewirtschaft, der Tourismus, die Baustoffindustrie und die Papier- und Metallindustrie.

Viele Unternehmen werden die notwendigen Anpassungen nicht (schnell genug) vornehmen – sei es aufgrund einer falschen Strategie oder wegen mangelnder finanzieller Möglichkeiten. Dies gilt insbesondere für „Zombieunternehmen“ – immerhin mehr als 12 Prozent aller weltweit börsennotierten Unternehmen –, denen meist jegliche Mittel fehlen, um klimabedingte Anpassungen vorzunehmen. Die Folge werden zahlreiche Insolvenzen sein.

Unternehmen sollten jetzt handeln

Auch im deutschen Mittelstand spüren 66 Prozent der Unternehmen den Klimawandel bereits heute durch erhöhten bürokratischen Mehraufwand und steigende Kosten aufgrund von Produktionsanpassungen oder erhöhtem Energiebedarf. Dem gegenüber stehen lediglich 22 Prozent der mittelständischen Unternehmen, die bereits jetzt auf die Auswirkungen des Klimawandels reagiert haben und Gegenmaßnahmen planen.

So oder so, der Klimawandel zwingt Unternehmen zum Umdenken. Und die Auswirkungen der Corona-Krise helfen sogar, die Veränderungsnotwendigkeit in manchen Branchen eher zu erkennen. Nach Krisen und im Zuge veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen steigen auch immer die Unternehmensgründungen. Neue Teilnehmer werden sich auf den Märkten etablieren. Hier gilt es sowohl auf Lieferanten- als auch auf Abnehmerseite, die richtigen Partner auszuwählen, um weder Lieferengpässe noch Forderungsausfälle zu riskieren.

Insgesamt kommt es für Unternehmen darauf an, ihre Risiken zu verstehen, valide Informationen zu Branchen und Geschäftspartnern zu nutzen und ein professionelles Forderungs- und Finanzierungsmanagement zu implementieren, um ihren langfristigen Erfolg zu sichern.

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